Es konnte inzwischen gezeigt werden, dass das als Primäremotionen herausgestellte mimische Gebaren besser in statischen Abbildungen identifiziert werden kann (was die jeweils als scheinbar besondere Qualia heraushob), wogegen die schwerer beschreibbaren dynamische Expositionen feineres Wahrnehmen ermöglichen und realitätsnäher sind.

Damit führt der Ansatz statischer Mienen zum Verlust einer ganzen Reihe von Urteilsmöglichkeiten: Es macht einen Unterschied, ob das initial zugewandte Gesicht im Affekt abgewendet wird (Avertus) oder ob sich das initial abgewandte Gesicht zum Partner zu drehen beginnt (Convertus). Dasselbe gilt für den Blick ― ein sich abwendendes Gesicht bei angewandtem Blick kommuniziert ein Gekränktwerden (Recedus), ein abgewandtes Gesicht mit Blickzuwendung jedoch ein Gekränktsein (Iniurus).Das Bestreben des Artischocken-Mythos, humanes emotionales Reagieren auf ein halbes Dutzend Primäremotionen zu reduzieren, ist sicher ein Extremfall rationalisierender Verschriftlichung: Formeln zum Beschreiben von Phänomenen werden verwechselt mit den Kräften, welche diese Phänomene hervorbringen ― die Dinge der Logik werden verwechselt mit der Logik der Dinge.